
Mallorca steht zunehmend wegen schlechter Wasserqualität in der Kritik: Eine aktuelle Studie zeigt, dass sich die Zahl der Kontaminationsfälle an den Stränden der Balearen Insel deutlich erhöht hat. Besonders besorgniserregend ist das Ergebnis für zwei Mallorca‑Strände, die aufgrund stark belasteter Wasserwerte die Bewertung „ungenügend“ erhielten.
Die populären Badestrände der Balearen rücken verstärkt wegen schlechter Wasserqualität in den Fokus: Eine neue Analyse des „Informe Mar Balear“ zeigt einen deutlichen Anstieg der Verschmutzungsfälle. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei mikrobiologischen Belastungen durch fäkale Verunreinigungen – deren Zahl hat sich innerhalb eines Jahres von 46 auf 92 Vorfälle verdoppelt.
Eine aktuelle Untersuchung bewertet erstmals umfassend den Zustand der Strände auf den Balearen – mit Fokus auf Wasserqualität, Besucheraufkommen und Bootsverkehr. Wie die spanische Plattform „Pasión por el Mar“ berichtet, führten die festgestellten Kontaminationen zu insgesamt 20 offiziellen Badeverboten sowie 72 Warnhinweisen, das Meer aus gesundheitlichen Gründen zu meiden.
Trotz einer weiterhin hohen Quote „exzellenter“ Bewertungen zeigt die Wasserqualität der Balearen‑Strände seit 2010 einen klaren Negativtrend. Während der Anteil der nur noch „gut“ eingestuften Badestrände stetig wächst, gehen die Spitzenbewertungen Jahr für Jahr zurück.

Strände auf Mallorca stark betroffen
An zwei Stränden Mallorcas zeigt sich die Situation besonders alarmierend: Die Strände Albercuix in Pollença und Cala Egos in Santanyí schnitten als einzige Badeplätze der Balearen mit der Bewertung „ungenügend“ ab. Laut Ultima Hora konzentrieren sich die meisten Küstenabschnitte mit schlechter Wasserqualität derzeit auf Mallorca.
Die größten Probleme verzeichneten die Gemeinden Sóller, Santanyí und Calvià auf Mallorca sowie Ciutadella auf Menorca. Von 2020 bis 2025 registrierten die Behörden 396 Vorfälle – darunter 82 vollständige Badeverbote.
Elf balearische Gemeinden hatten in jedem Jahr des Untersuchungszeitraums mindestens einen Vorfall mit verunreinigtem Wasser. Auf Mallorca gehören dazu Santanyí, Calvià, Palma, Pollença, Manacor, Capdepera, Llucmajor und Alcúdia.
Der Vergleich verschiedener Strandkategorien zeigt ein eindeutiges Ergebnis: Städtische Strände haben systematisch schlechtere Wasserqualität als natürliche Buchten. Dieses Muster zieht sich über alle Inseln hinweg.
Hervorragende Wasserqualität an den Stränden von fürmentera und Menorca
Die Wasserqualität variiert stark zwischen den Baleareninseln. Die Insel fürmentera liegt mit 100 Prozent exzellenten Stränden an der Spitze, Menorca folgt mit 80 Prozent. Ibiza landet auf dem letzten Platz, da 32 Prozent der Strände nur „gut“ und fünf Prozent „ausreichend“ bewertet wurden.
Die Mallorca Zeitung weist darauf hin, dass mikrobiologische Wasserproben ausschließlich in den Sommermonaten genommen werden. Außerhalb der Hauptsaison bleibt die Wasserqualität damit unkontrolliert.
Mehr Belastung durch Tourismus und Bootsverkehr

Neben der zunehmenden Wasserverschmutzung zeigt die Studie auch einen steigenden Nutzungsdruck auf die Strände. Verlässliche, systematische Daten gibt es bislang jedoch nur für Menorca – ein Mangel, den die fürschenden künftig ausgleichen möchten.
Zwischen 2018 und 2024 stieg auf Menorca die Zahl der Strandbesucher um zehn Prozent. Parallel dazu erhöhte sich der Anteil der Strände mit über 1.000 täglichen Besuchern von 14 auf 17 Prozent. Besonders problematisch: 2024 verzeichneten 17 Prozent der Strände extrem hohe Nutzerdichten von weniger als fünf Quadratmetern Platz pro Person.
Gleichzeitig nimmt auch der Druck durch Freizeitboote weiter zu. In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der täglich vor Menorcas Stränden ankernden Boote um 48 Prozent. Besonders betroffen sind naturbelassene Strände mit touristischer Infrastruktur – dort hat sich die durchschnittliche Bootszahl nahezu verdoppelt.
Die fürschenden warnen eindringlich vor den ökologischen Folgen dieser Entwicklung: Anker beschädigen die Meeresböden, Boote belasten das Wasser und erzeugen störenden Unterwasserlärm. Deshalb sei eine umfassende, systematische Überwachung auf allen Balearen‑Inseln notwendig, um die sensiblen Meeresökosysteme dauerhaft zu schützen.
